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Börse einfach erklärt: alles, was du für das Altersvorsorgedepot wissen musst

Du hast mit Aktien bisher nichts am Hut? Kein Problem. Hier erklären wir Schritt für Schritt, wie das alles funktioniert, ohne Fachchinesisch.

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Was ist eine Aktie?

Nimm ein Unternehmen, das jeder kennt: Coca-Cola. Das Unternehmen ist in sehr viele kleine Anteile aufgeteilt, die Aktien. Wenn du eine Aktie kaufst, gehört dir ein kleines Stück von Coca-Cola. Du bist damit ganz offiziell Miteigentümer.

Als Eigentümer bist du am Gewinn beteiligt. Coca-Cola verkauft jeden Tag Getränke auf der ganzen Welt und verdient damit Geld. Einen Teil dieses Gewinns zahlt das Unternehmen an seine Aktionäre aus, das nennt man Dividende. Einen anderen Teil steckt es zurück ins Geschäft, um weiter zu wachsen. Wächst das Unternehmen und verdient es mehr, wird auch dein Anteil daran wertvoller.

Stell es dir so vor: Ein Unternehmen ist in 1.000 Anteile aufgeteilt und macht in einem Jahr 100.000 € Gewinn. Schüttet es die Hälfte aus, sind das 50.000 €, also 50 € pro Anteil. Hast du einen Anteil, bekommst du 50 €. Von jeder verkauften Cola landet so ein winziger Teil des Gewinns auch bei dir.

Das Risiko gehört dazu: Läuft es für das Unternehmen schlecht, sinken Gewinn und Wert, und im schlimmsten Fall, bei einer Pleite, kann eine einzelne Aktie wertlos werden. Genau deshalb kauft man für die Altersvorsorge nicht einzelne Aktien, sondern ETFs, dazu gleich mehr.

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Warum schwanken Aktienkurse?

An der Börse wird jeden Tag neu entschieden, wie viel ein Unternehmen wert ist. Käufer und Verkäufer handeln den Preis ständig neu aus. Dabei schauen sie auf zwei Dinge: Wie viel verdient das Unternehmen heute, und wie gut sind seine Zukunftsaussichten?

Weil niemand die Zukunft genau kennt, ändert sich die Einschätzung ständig. Meldet Coca-Cola gute Verkaufszahlen, sind mehr Anleger bereit, mehr zu bezahlen, und der Kurs steigt. Gibt es Sorgen, etwa um die Wirtschaft, steigende Zinsen oder einen schlechten Ausblick, wollen mehr Anleger verkaufen, und der Kurs fällt. Dazu kommen Gefühle: Gier in guten Zeiten, Angst in schlechten. Darum schwanken Kurse oft stärker, als sich das Unternehmen selbst verändert.

Wichtig zu wissen: Es gibt auch heftige Einbrüche, wie in der Finanzkrise 2008 oder beim Corona-Crash 2020, als die Märkte innerhalb kurzer Zeit stark gefallen sind. Breit gestreute Märkte haben sich in der Vergangenheit langfristig wieder erholt. Eine Garantie dafür gibt es aber nicht, und eine Erholung kann auch Jahre dauern.

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Was ist ein Index?

Ein Index ist eine Liste von Unternehmen, deren Kurse zusammengefasst werden. Er zeigt, wie sich ein ganzer Markt entwickelt, statt nur ein einzelnes Unternehmen.

Der bekannteste deutsche Index ist der DAX mit den 40 größten deutschen Unternehmen. Für die Altersvorsorge besonders beliebt ist der MSCI World: Er enthält über tausend große Unternehmen aus Industrieländern auf der ganzen Welt, darunter auch Coca-Cola. Wer den MSCI World kauft, setzt nicht auf ein einzelnes Unternehmen, sondern auf die Weltwirtschaft.

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Was ist ein ETF?

Ein ETF ist ein Fonds, der einen Index einfach nachbaut. Kaufst du einen ETF auf den MSCI World, besitzt du mit einem einzigen Kauf kleine Stücke von über tausend Unternehmen. Geht eines davon pleite, merkst du das kaum, weil es nur ein winziger Teil deines Geldes ist. Das nennt man Streuung, und sie ist der wichtigste Schutz für dein Geld.

ETFs sind außerdem günstig, weil kein Fondsmanager teuer Aktien auswählen muss. Die jährlichen Kosten (TER) liegen bei breiten ETFs oft nur bei etwa 0,1 bis 0,3 %. Und ein ETF ist rechtlich ein Sondervermögen: Geht die Fondsgesellschaft pleite, gehört das Geld trotzdem weiter den Anlegern.

Ausschüttend oder thesaurierend? Ausschüttende ETFs zahlen die Dividenden aus, thesaurierende legen sie automatisch wieder an. Für die Altersvorsorge sind thesaurierende ETFs praktisch, weil das Geld ohne dein Zutun weiterarbeitet.

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Was ist ein Depot?

Ein Depot ist wie ein Girokonto, nur für Wertpapiere. Darin liegen deine Aktien, ETFs und Fonds. Du eröffnest es bei einer Bank oder einem Neobroker, meist komplett online in wenigen Minuten.

Das Altersvorsorgedepot ist ein besonderes Depot: Der Staat legt Zulagen dazu, und Gewinne werden während der Ansparphase nicht versteuert. Dafür bleibt das Geld grundsätzlich bis zur Rente im Depot. Für Geld, an das du vorher heranwillst, brauchst du ein normales, freies Depot.

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Der Cost-Average-Effekt: zum Durchschnittspreis einkaufen

Niemand weiß mit hundertprozentiger Sicherheit, welcher Preis für eine Aktie heute der richtige ist. Ist sie gerade günstig oder teuer? Selbst Profis liegen dabei oft daneben. Der Cost-Average-Effekt löst das Problem auf einfache Weise: Statt den perfekten Zeitpunkt zu suchen, investierst du einfach jeden Monat den gleichen Betrag.

Ist der Kurs niedrig, bekommst du für dein Geld mehr Anteile. Ist er hoch, bekommst du weniger. Über die Jahre kaufst du so automatisch zu einem Durchschnittspreis ein und musst dir nie Gedanken machen, ob gerade ein guter Moment ist.

MonatSparrateKursAnteile
Januar100 €100 €1
Februar (Kurs fällt)100 €50 €2
März (Kurs erholt sich)100 €100 €1
Zusammen300 €4

Für 300 € hast du 4 Anteile bekommen, im Schnitt also für 75 € pro Stück, obwohl der Kurs Ende März wieder bei 100 € steht. Deine 4 Anteile sind jetzt 400 € wert. Der Kursrutsch im Februar war für dich sogar eine Chance.

Ehrlich gesagt: Der Cost-Average-Effekt ist kein Zaubertrick. Steigen die Kurse einfach immer weiter, hätte eine einmalige Anlage am Anfang mehr gebracht. Sein großer Vorteil ist, dass er dir die Entscheidung über den richtigen Zeitpunkt abnimmt und Kursrückgänge weniger weh tun. Bei einer großen Einmalsumme, etwa deinem Riester-Guthaben, hilft er allerdings kaum. Warum das so ist und was du dann tun kannst, erklären wir weiter unten im Abschnitt Das Einmalsummen-Problem.

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Der Zinseszins: warum Zeit dein bester Freund ist

Wenn dein Geld Ertrag bringt und du diesen Ertrag nicht ausgibst, sondern wieder anlegst, verdienst du beim nächsten Mal auch auf den Ertrag etwas. Das ist der Zinseszins.

Ein Beispiel mit 6 % pro Jahr: Aus 1.000 € werden nach einem Jahr 1.060 €. Im zweiten Jahr gibt es die 6 % schon auf 1.060 €, also 1.123,60 €. Nach 10 Jahren sind es rund 1.791 €, nach 25 Jahren rund 4.292 €, ohne dass du einen Euro nachgelegt hast. Je früher du anfängst, desto stärker wirkt der Effekt. Die 6 % sind dabei nur eine Beispielrechnung, echte Renditen schwanken von Jahr zu Jahr.

Was das für deine eigene Sparrate bedeutet, kannst du im Sparplanrechner ausprobieren.

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Ansparen und Entsparen: die zwei Phasen deiner Altersvorsorge

Jede Altersvorsorge hat zwei Phasen. In der Ansparphase zahlst du ein, und dein Geld wächst. In der Entsparphase, also im Ruhestand, holst du es Stück für Stück wieder heraus. Über die erste Phase wird viel geredet, die zweite ist aber genauso wichtig.

Die Ansparphase

Du zahlst regelmäßig ein, bekommst Zulagen dazu, und der Zinseszins arbeitet für dich. Beim Altersvorsorgedepot dauert diese Phase bis zum Beginn der Auszahlung, frühestens mit 65 und spätestens mit 70. Bis dahin ist das geförderte Geld grundsätzlich gebunden.

Die Entsparphase

Mit Rentenbeginn drehst du den Spieß um: Statt einzuzahlen, entnimmst du jeden Monat einen Betrag. Das Entscheidende dabei: Beim Auszahlungsplan bleibt das Geld, das du noch nicht entnommen hast, weiter im Depot investiert und kann weiter Rendite bringen. Du entnimmst also nicht nur dein Erspartes, sondern auch die Erträge, die es währenddessen noch erwirtschaftet.

Beispiel: Du hast mit 65 genau 100.000 € angespart und lässt dir das Geld bis 85 auszahlen, also 20 Jahre lang. Würde das Geld nur auf dem Konto liegen, wären das rund 417 € im Monat. Bleibt es investiert und bringt im Schnitt 4 % pro Jahr, sind es rund 600 € im Monat, und insgesamt bekommst du etwa 144.000 € statt 100.000 €. Die 4 % sind eine Beispielannahme, keine Garantie.

Das unterschätzte Risiko: der falsche Zeitpunkt für einen Crash

In der Ansparphase ist ein Kurssturz halb so wild, du kaufst dann sogar günstig nach. In der Entsparphase ist es umgekehrt: Fallen die Kurse kurz nach Rentenbeginn stark, musst du für deine monatliche Auszahlung Anteile zum schlechten Preis verkaufen. Diese Anteile fehlen dir dann, wenn sich die Kurse wieder erholen. Fachleute nennen das Reihenfolgerisiko.

Wie du dich davor schützen kannst, erklären wir ausführlich im Video zum Entsparen. Das solltest du dir unbedingt ansehen, bevor du in Rente gehst.

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Entsparen ausführlich erklärt: So schützt du dich vor einem Crash zur falschen Zeit

Rente oder Auszahlungsplan?

Lebenslange RenteAuszahlungsplan
Wie lange?bis zum Lebensendemindestens bis 85
Bleibt investiert?nein, das Geld geht an den Versichererja, der Rest arbeitet weiter
Vererbbar?nur mit Rentengarantiezeitja, was übrig ist
Risiko, sehr alt zu werdenträgt der Versichererträgst du selbst

Zusätzlich kannst du dir zu Beginn der Auszahlung einmalig bis zu 30 % deines Guthabens auf einen Schlag auszahlen lassen, ohne die Förderung zu verlieren. Die Auszahlungen werden mit deinem persönlichen Steuersatz im Alter versteuert.

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Was ist ein Geldmarkt-ETF?

Ein Geldmarkt-ETF legt dein Geld in sehr kurzfristige und sichere Zinsanlagen an, etwa bei Banken und Staaten mit Laufzeiten von wenigen Tagen oder Wochen. Er schwankt deshalb kaum und bringt ungefähr den aktuellen Zinssatz der Europäischen Zentralbank, abzüglich geringer Kosten.

Man kann ihn sich als Parkplatz für Geld vorstellen: Hier wartet Geld sicher, bis es in Aktien-ETFs investiert werden soll. Im Altersvorsorgedepot ist das besonders interessant, weil Umschichtungen zwischen Geldmarkt- und Aktien-ETF dort steuerfrei sind.

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Risikoklassen verstehen

Jeder Fonds hat ein Basisinformationsblatt, und darin steht eine Risikoklasse auf einer Skala von 1 bis 7. Sie zeigt, wie stark der Fonds in der Vergangenheit geschwankt hat. Ein Geldmarkt-ETF liegt ganz unten, ein weltweiter Aktien-ETF meist im mittleren bis oberen Bereich.

Höhere Schwankungen bedeuten nicht automatisch Verlust, sondern vor allem: Der Weg ist holpriger. Wer noch viele Jahre bis zur Rente hat, kann Schwankungen meist besser aussitzen als jemand, der das Geld bald braucht.

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Das Einmalsummen-Problem: Wohin mit deinem Riester-Guthaben?

Jetzt kennst du die Grundlagen, und damit kommen wir zur wichtigsten Frage für alle Riester-Sparer. Wer ins Altersvorsorgedepot wechselt, bringt meist ein Guthaben mit, das über viele Jahre angespart wurde. Beim Wechsel landet es auf einen Schlag im neuen Depot.

Genau hier hilft der Cost-Average-Effekt kaum noch. Er wirkt nur auf die neuen, kleinen Monatsraten, nicht auf die große Summe, die schon da ist. Und die meisten werden in Zukunft auch nicht annähernd so viel einzahlen, wie bereits angespart ist.

Ein Beispiel: Du investierst dein Riester-Guthaben von 15.000 € auf einen Schlag in Aktien-ETFs. Kurz danach fällt der Markt um 30 %, und dein Depot ist nur noch 10.500 € wert. Mit 100 € Sparrate im Monat bräuchtest du fast vier Jahre, nur um die verlorenen 4.500 € wieder einzuzahlen.

Und beim Entsparen wäre so ein Crash sogar noch schlimmer: Dann musst du für deine monatlichen Auszahlungen Anteile zum schlechten Preis verkaufen, und die fehlen dir, wenn sich die Kurse wieder erholen. Schau dir dazu gern das Video zum Entsparen an.

Drei Wege, mit der Einmalsumme umzugehen

A: Alles sofort investieren. In der Vergangenheit war das oft die renditestärkere Variante, weil die Märkte langfristig meist gestiegen sind. Du trägst aber das volle Risiko, genau vor einem Crash einzusteigen.

B: Gestaffelt einsteigen. Du parkst das Geld im Geldmarkt-ETF und schichtest es über einige Monate in gleichen Teilen in Aktien-ETFs um. Das senkt das Risiko eines schlechten Zeitpunkts, kostet aber jedes Mal eine Order. Im Altersvorsorgedepot ist das Umschichten wenigstens steuerfrei.

C: Mit Alarm einsteigen. Du parkst das Geld im Geldmarkt-ETF und lässt dir per Alarm anzeigen, wann der Aktienmarkt mit erhöhter Wahrscheinlichkeit die bessere Wahl ist und wann der Geldmarkt. Genau dafür gibt es den Sparplan-Optimierer.

Unser eigenes Angebot

Der Sparplan-Optimierer

  • Kommt ein Alarm zum Einstieg oder zum Wechsel, bekommst du ihn per WhatsApp und E-Mail, immer einen Tag im Voraus.
  • Zu jedem Alarm gibt es ein Video, in dem ich zeige, wie ich ihn in meinem eigenen Depot umsetze.
  • Alles, was du brauchst, ist ein Depot, in dem du ETFs kaufen und verkaufen kannst.
  • Du entscheidest immer selbst und setzt die Order in deinem Depot um.

Die Alarme sind keine Anlageberatung, und wie jedes Modell kann auch dieses Fehlalarme geben. Prüfe vor dem Wechsel, ob dein Anbieter einen Geldmarkt-ETF hat und was eine Order kostet.

Sparplan-Optimierer ansehen

Transparenz-Hinweis: Der Sparplan-Optimierer ist ein Angebot des Betreibers dieser Seite (FK Weltweit LLC).

Erklärvideos

Lieber zuschauen als lesen? Hier sind die wichtigsten Grundlagen als Video.

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