Du hast einen Riester-Vertrag und fragst dich, was ab 2027 damit passiert?
Oder hast du mit Aktien, ETFs und Depots bisher gar nichts am Hut?
Dann erfährst du auf dieser Seite alles, was du über das neue Altersvorsorgedepot wissen musst. Ganz von vorne, ohne Fachchinesisch.
Erstmal durchatmen: Dein Geld ist nicht weg. Für alle Riester-Verträge, die vor dem 1. Januar 2027 abgeschlossen wurden, gilt Bestandsschutz. Neue Riester-Verträge kann man ab 2027 allerdings nicht mehr abschließen. Du hast drei Möglichkeiten:
Alles bleibt, wie es ist: gleicher Vertrag, gleiche Förderung, gleiche Garantien.
Du bleibst beim Anbieter, bekommst aber die neuen Förderregeln.
Dein Guthaben wird übertragen. Der neue Anbieter darf höchstens 150 € Verwaltungspauschale verlangen.
Wichtig: Ein Wechsel lässt sich nach aktuellem Stand nicht rückgängig machen. Gerade ältere Riester-Versicherungen haben manchmal wertvolle Garantien. Prüfe deshalb erst, bevor du wechselst. Wie das geht, steht weiter unten im Wechsel-Check.
Keine Sorge, du musst kein Börsenprofi sein. Hier ist alles, was du für das Altersvorsorgedepot wissen musst, Schritt für Schritt.
Mit einer Aktie gehört dir ein kleines Stück eines Unternehmens, zum Beispiel von Coca-Cola. Du bist damit Miteigentümer und am Gewinn beteiligt: Verdient Coca-Cola Geld, schüttet das Unternehmen einen Teil davon an seine Aktionäre aus (Dividende). Von jeder verkauften Cola landet so ein winziger Teil des Gewinns auch bei dir.
Eine Liste vieler Unternehmen. Der DAX enthält 40 große deutsche Firmen, der MSCI World über tausend Firmen aus Industrieländern weltweit.
Ein Fonds, der einen Index einfach nachbildet. Mit einem einzigen ETF kaufst du Anteile an hunderten Firmen auf einmal. Das streut das Risiko und ist meist günstig.
Wie ein Girokonto, nur für Wertpapiere. Das Altersvorsorgedepot ist ein besonderes Depot: staatlich gefördert, aber das Geld bleibt grundsätzlich bis zur Rente drin.
An der Börse wird jeden Tag neu entschieden, wie viel ein Unternehmen wert ist. Anleger schauen dabei auf die Einnahmen und vor allem auf die Zukunftsaussichten. Gute Nachrichten treiben den Preis nach oben, Unsicherheit drückt ihn nach unten, manchmal heftig, wie 2008 oder 2020. Breit gestreute Märkte haben sich in der Vergangenheit langfristig wieder erholt, eine Garantie gibt es aber nicht.
Niemand weiß mit hundertprozentiger Sicherheit, welcher Preis heute der richtige ist. Statt zu raten, investierst du einfach jeden Monat den gleichen Betrag. Ist der Kurs niedrig, bekommst du mehr Anteile, ist er hoch, weniger. So kaufst du über die Jahre automatisch zu einem Durchschnittspreis ein und musst nie den perfekten Zeitpunkt erwischen.
Ein Fonds, der in sehr kurzfristige Zinsanlagen investiert. Er schwankt kaum und bringt ungefähr den aktuellen Zins. Sozusagen der Parkplatz für dein Geld.
Fonds werden danach eingestuft, wie stark sie schwanken. Niedrige Klassen sind ruhig, hohe Klassen schwanken stärker, haben aber meist mehr Renditechancen.
Das war die Kurzfassung.
Auf der nächsten Seite erklären wir alles noch einmal ausführlich, mit Beispielen und Erklärvideos.
Das Altersvorsorgedepot ist der Nachfolger der Riester-Rente. Der große Unterschied: Es muss keine Garantie mehr geben. Dein Geld darf direkt in Fonds und ETFs fließen. Das bringt mehr Renditechancen, aber auch die Möglichkeit von Verlusten, auch kurz vor der Rente.
Besonders spekulative Anlagen sind ausgeschlossen.
Jeder Anbieter muss zusätzlich ein einfaches Standarddepot anbieten: ein ruhiger Fonds plus ein Fonds mit mehr Aktienanteil. Die Kosten sind dort auf maximal 1 % pro Jahr begrenzt. Auch ein staatlicher Anbieter ist geplant.
Gefördert werden ab 2027 nur Beträge, die du wirklich einzahlst. Das System ist dafür einfacher als bei Riester:
| Förderung | So funktioniert's | Maximal |
|---|---|---|
| Grundzulage, Stufe 1 | 50 % auf die ersten 360 € im Jahr | 180 € |
| Grundzulage, Stufe 2 | 25 % auf Einzahlungen bis 1.800 € im Jahr | 360 € |
| Kinderzulage | pro Kind und Jahr | 300 € |
| Berufseinsteiger-Bonus | einmalig bei Abschluss vor dem 25. Geburtstag | 200 € |
| Steuervorteil | Einzahlungen bis 1.800 € plus Zulagen als Sonderausgaben absetzbar | je nach Steuersatz |
Beispiel: Du zahlst 150 € im Monat ein, also 1.800 € im Jahr. Der Staat legt 540 € Grundzulage drauf. Das sind 30 % extra, bevor dein Geld überhaupt angelegt ist.
Arbeitnehmer mit Rentenversicherungspflicht, Beamte und, neu, auch viele Selbstständige und Freiberufler mit Versorgungswerk. Ehepartner ohne eigenen Anspruch (mittelbar Berechtigte) bekommen weiter Zulagen, müssen aber mindestens 120 € im Jahr einzahlen.
Für Unternehmer und Selbstständige gibt es allerdings oft weitaus sinnvollere Möglichkeiten. Bei Fragen dazu melde dich gern über das Kontaktformular.
Frühestens mit 65, spätestens vor dem 70. Geburtstag. Statt lebenslanger Rente geht auch ein Auszahlungsplan, der mindestens bis 85 läuft. Was übrig bleibt, kann vererbt werden.
Einmal im Jahr, rückwirkend für das Vorjahr. Dein Anbieter beantragt sie bei der Zentralen Zulagenstelle (ZfA). Mit einem Dauerzulagenantrag passiert das automatisch. Melde Änderungen wie ein neues Kind, eine Heirat oder einen Jobwechsel, sonst kann die Zulage falsch ausfallen.
Irgendwann drehst du den Spieß um und holst dein Geld wieder heraus. Das Wichtigste dazu auf einen Blick:
Wann geht es los? Frühestens mit 65, spätestens mit 70. Den Zeitpunkt wählst du selbst.
Wie lange bleibe ich investiert? Beim Auszahlungsplan bleibt alles, was du noch nicht entnommen hast, im Depot investiert und kann weiter Rendite bringen, bis zum Ende des Plans.
Wie lange wird ausgezahlt? Entweder als lebenslange Rente oder als Auszahlungsplan, der mindestens bis 85 läuft.
Geld auf einen Schlag? Zu Beginn darfst du dir einmalig bis zu 30 % auszahlen lassen, ohne die Förderung zu verlieren.
Rente oder Plan? Die lebenslange Rente zahlt bis zum Lebensende, ist aber nur mit Rentengarantiezeit vererbbar. Beim Auszahlungsplan bleibt das Geld deins und vererbbar.
Steuern und Kosten: Die Auszahlungen versteuerst du mit deinem persönlichen Steuersatz im Alter. Die Depotkosten laufen auch in der Auszahlungsphase weiter.
Achtung, Crash zur falschen Zeit: Fallen die Kurse kurz nach Rentenbeginn stark, musst du für deine Auszahlungen Anteile billig verkaufen. Diese Anteile fehlen dir dann, wenn sich die Kurse wieder erholen. Wie du dich davor schützen kannst, erklären wir im ausführlichen Video zum Entsparen. Das solltest du dir unbedingt ansehen.
Ja, aber es macht einen großen Unterschied, wer erbt. Die Regeln sind bei Riester und beim Altersvorsorgedepot fast gleich.
Das Guthaben wird auf einen eigenen Vertrag des Partners übertragen. Alle Zulagen und Steuervorteile bleiben erhalten, in der Anspar- und in der Auszahlungsphase. Voraussetzung: Ihr habt nicht dauerhaft getrennt gelebt. Das gilt auch für eingetragene Lebenspartner.
Der Anbieter zieht zuerst die Zulagen und Steuervorteile ab und zahlt den Rest als Geld an die Erben aus. Ein eigenes Altersvorsorgedepot brauchen die Kinder dafür nicht, sie können frei über das Geld verfügen. Die Rendite dürfen sie behalten, müssen die Erträge aber versteuern. Das gilt auch für unverheiratete Partner.
Beim Auszahlungsplan wird das restliche Guthaben vererbt. Bei einer lebenslangen Rente endet die Zahlung mit dem Tod und das Geld bleibt beim Versicherer, außer es gibt eine Rentengarantiezeit.
Der Unterschied zu vielen Riester-Verträgen: Klassische Riester-Rentenversicherungen zahlen eine lebenslange Rente. Wer früh stirbt, hat dann oft vor allem für den Versicherer gespart. Im Altersvorsorgedepot kannst du stattdessen einen Auszahlungsplan bis mindestens 85 wählen, und was übrig bleibt, bekommen deine Erben.
Gut zu wissen: Auch wenn Kinder erben, ist das Altersvorsorgedepot kein Verlustgeschäft. Zurückgezahlt werden nur die Zulagen und Steuervorteile selbst. Die Rendite, die dieses Geld über die Jahre erwirtschaftet hat, bleibt bei den Erben. Der Staat hat dir die Förderung also praktisch zinslos geliehen. Dafür müssen die Erben die Erträge mit ihrem persönlichen Steuersatz versteuern. Wie viel am Ende übrig bleibt, hängt von Laufzeit, Rendite und Steuersatz ab.
Tipp: Mach dir rechtzeitig Gedanken über das Vererben: Wer soll dein Geld einmal bekommen, und ist dein Partner abgesichert? Bist du verheiratet, trag deinen Ehepartner als begünstigte Person ein, dann bleibt die Förderung komplett erhalten.
Und weil das Geld im Altersvorsorgedepot bis zu deiner Rente gebunden ist: Für Ausgaben vorher, etwa für ein Auto, eine Renovierung oder um deine Kinder zu unterstützen, könntest du dir zusätzlich ein freies Depot eröffnen.
Pauschal lässt sich das nicht sagen. Nimm dir deine Riester-Unterlagen und geh diese Fragen durch:
Garantien: Hat dein Vertrag einen hohen Garantiezins? Den gibst du beim Wechsel auf.
Kosten: Was kostet dein Vertrag pro Jahr? Hohe laufende Kosten sprechen eher für einen Wechsel.
Restlaufzeit: Wie lange bis zur Rente? Je länger, desto mehr Zeit für Kursschwankungen.
Förderung: Mit wenig Einkommen und mehreren Kindern kann die alte Riester-Förderung besser sein.
Risiko: Hältst du es aus, wenn dein Depot mal 30 % im Minus ist?
Unabhängige Prüfung: Im Zweifel hilft der Riester-Check der Verbraucherzentrale oder ein Honorarberater.
Natürlich kannst du dir alles selbst zusammensuchen, aus dieser Seite, aus Artikeln und aus Videos. Nur: Bei der eigenen Recherche überliest man schnell ein wichtiges Detail, und gerade als Einsteiger weiß man oft gar nicht, worauf es wirklich ankommt. Genau diese Punkte erklärt Thomas ganz genau. Das ist die Abkürzung.
Thomas Blees von „Meine Geldseite“ hat die Reform gründlich recherchiert und alles in seinen Kurs „Neue Zusatzrente: dein Fahrplan zum Altersvorsorgedepot 2027“ gepackt. Er führt dich Schritt für Schritt zu deiner eigenen, begründeten Entscheidung: für mich ja, für mich nein oder für mich noch nicht. Sein besonderes Talent: Er erklärt komplizierte Dinge so einfach, dass sie wirklich jeder versteht. Er ist einer der beliebtesten Online-Dozenten mit über 20.000 Teilnehmern.
Alles in einem Kurs:
★★★★★ Auf Trustpilot bewerten Teilnehmer seine Kurse im Schnitt mit 4,8 von 5 Sternen.
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Kurz-Video: Thomas Blees erklärt [THEMA DES VIDEOS].
Du hast jahrelang in Riester eingezahlt. Wechselst du, landet das ganze Guthaben auf einen Schlag im neuen Depot. Sagen wir 15.000 €. Und jetzt?
Der Cost-Average-Effekt hilft dir hier kaum noch. Er wirkt nur auf die neuen, kleinen Monatsraten, nicht auf die große Summe. Und die meisten werden in Zukunft auch nicht mehr so viel einzahlen wie die Summe, die schon da ist.
Und beim Entsparen wäre so ein Crash sogar noch schlimmer: Dann musst du für deine monatlichen Auszahlungen Anteile zum schlechten Preis verkaufen, und die fehlen dir, wenn sich die Kurse wieder erholen. Schau dir dazu gern das Video zum Entsparen an.
In der Vergangenheit oft die renditestärkere Variante, weil Märkte langfristig meist gestiegen sind. Aber du trägst das volle Risiko eines schlechten Einstiegszeitpunkts.
Du parkst das Geld im Geldmarkt-ETF und schichtest es über einige Monate in Aktien-ETFs um. Weniger Timing-Risiko, dafür mehr Aufwand.
Du lässt dir per Alarm anzeigen, wann der Aktienmarkt mit erhöhter Wahrscheinlichkeit die bessere Wahl ist und wann der Geldmarkt. Genau dafür gibt es den Sparplan-Optimierer.
In drei Worten: Er zeigt dir, wann der Geldmarkt und wann der Aktienmarkt mit erhöhter Wahrscheinlichkeit die bessere Wahl ist.
Transparenz-Hinweis: Der Sparplan-Optimierer ist ein Angebot des Betreibers dieser Seite (FK Weltweit LLC). Wir verdienen also daran, wenn du ihn nutzt.
Du willst tiefer einsteigen? Diese Videos gehen über die Grundlagen hinaus. Zur Transparenz: The Tactical Brief ist der YouTube-Kanal unseres Quant-Teams.
Warum bewegen sich Märkte in Zyklen, und was verraten die Zinsen darüber? Thorsten Wegener erklärt, was die Zinsstrukturkurve ist und wie man sie liest. Spannend für alle, die verstehen wollen, wann der Geldmarkt und wann Aktien attraktiv sind.
[2–3 Sätze eigene Zusammenfassung]
[2–3 Sätze eigene Zusammenfassung]
Nein. Bestehende Verträge laufen weiter. Kündigen kann sogar teuer werden, weil Zulagen zurückgezahlt werden müssen.
Ab dem 1. Januar 2027. Vorher kannst du noch nicht wechseln.
Grundsätzlich nicht. Eine Ausnahme ist die Entnahme für eine selbst bewohnte Immobilie.
Der neue Anbieter darf höchstens 150 € Verwaltungspauschale verlangen. Je nach Vertrag können weitere Kosten anfallen, etwa Abschluss- oder Vertriebskosten.
Ja. Es gibt keine Garantie, Verluste sind möglich, auch kurz vor Rentenbeginn.
Während der Ansparphase nicht: keine Abgeltungsteuer auf Gewinne, keine Vorabpauschale, und Umschichten ist steuerfrei. Erst die Auszahlung im Alter wird mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert.
Ja. Erbt der Ehepartner, bleibt die Förderung komplett erhalten. Erben Kinder oder andere, müssen vorher die Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden. Die Rendite darauf bleibt bei den Erben, die Erträge müssen sie versteuern.
Ab 2027 können auch viele Selbstständige und Freiberufler mit Versorgungswerk Zulagen bekommen. Die Beiträge zum Altersvorsorgedepot sind dabei private Vorsorge und zählen nicht als Betriebsausgabe. Für Unternehmer gibt es aber oft weitaus sinnvollere Möglichkeiten, darunter auch Wege, bei denen die Beiträge als Betriebsausgabe gelten können. Bei Fragen dazu melde dich gern über das Kontaktformular.